Vitus (Veit)

Namenstage: Vitus, Veit

Funktion: Heiliger, Märtyrer

Gedenktag: 15. Juni

Patronat: Abtei Corvey (Westfalen), Sizilien, Böhmen, Prag, Sachsen, Rügen, Niedersachsen, Krems; der Jugendlichen, Kupfer- und Kesselschmiede, Bierbrauer, Apotheker, Bergleute, Winzer, Schauspieler, Krüppel, Lahmen, Gehörlosen, Blinden, Geflügel, Haustiere, Quellen; gegen Besessenheit, Epilepsie, Chorea (»Veitstanz«), Hysterie, Tollwut, Krämpfe, Bettnässen, Schlafkrankheit, Schlangen- und Hundebiss, Augenkrankheiten, Unwetter, Blitzschlag, Feuersgefahr, Erdbeben, Unfruchtbarkeit; für eine gute Ernte; Helfer für die Bewahrung der Keuschheit

zählt zu den Vierzehn Nothelfern

Der hl. Vitus war über lange Zeit einer der angesehensten Heiligen des Abendlandes. Seine Lebensgeschichte lässt sich nur aus der Vielzahl von Legenden schließen, die sich mit ihm beschäftigen. Geboren wurde er vermutlich auf Sizilien in der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts. Durch seine Amme Crescentia und seinen Erzieher Modestus kam er zum christlichen Glauben. Diesen versuchte ihm sein Vater Hylas mit allen Mitteln auszutreiben, indem er ihn zahlreichen Verführungen aussetzte und ihn schlagen ließ, worauf die Arme der Prügelknechte gelähmt wurden. Nur ein Gebet von Vitus konnte den Schaden wieder beheben.

Vitus floh mit Crescentia und Modestus nach Lucanien (Süditalien), wurde dort aber aufgegriffen und nach Rom zu Kaiser Diokletian (284–305) gebracht. Zwar heilte er dessen Sohn von seiner Besessenheit, wurde aber dennoch mit seinen Gefährten in den Kerker geworfen. Die Legenden nennen eine Vielzahl von Martyrien, denen Vitus ausgesetzt war und die er unbeschadet überstand: den Kessel mit siedendem Öl, der seine Haut nicht verletzte, den hungrigen Löwen, Wölfen oder Wolfshunden, die sich zahm zu seinen Füßen niederlegten, oder die Folterbank, der er durch ein Erdbeben entkam. Ein Engel soll ihn mit Crescentia und Modestus nach Lucanien zurückgebracht haben, wo sie viele Jahre später eines natürlichen Todes starben.

Der Überlieferung nach wurden die Gebeine von Vitus und seiner Gefährten im Jahr 583 in Süditalien gefunden und 756 in das Benediktinerkloster St-Denis bei Paris gebracht. Teile davon sollen 836 in die Abtei Corvey (bei Höxter an der Weser) gekommen sein, und Herzog Wenzel I. von Böhmen (der Heilige; ermordet 929) soll 925 einen Arm des Vitus erworben und ihm zu Ehren den Vorgängerbau des Veitsdomes in Prag errichtet haben. Auch Kaiser Karl IV. beteiligte sich 1355 am Handel mit den Gebeinen des Heiligen, dessen angebliche Reliquien heute an über 150 Orten in ganz Europa verehrt werden.

Darstellung: als Kind oder Jüngling in vornehmer Kleidung

Attribute: Hahn (wahrscheinlich nach »alectorius locus« = »Hahnenort« in Lucanien, wo Vitus nach der Flucht gelandet war); Brot, Adler oder Rabe (Legende von der wunderbaren Speisung der Flüchtenden); Palmzweig, Schwert, Ölkessel, Löwe, Wolf oder Hund (Martyrium)

 

Quelle: Herder-Verlag

Dieser Text ist dem "Lexikon der Heiligen und Namenstage" entnommen. Albert Urban (Hg.), Herder-Verlag, Freiburg, 2010

 
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